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Rollrasen

Rollrasen verlegen: Wann ist der beste Zeitpunkt im Rhein-Erft-Kreis?

Rollrasen wächst am sichersten an, wenn der Boden warm und die Luft nicht zu heiß ist. Warum Frühjahr und Frühherbst die besten Fenster sind, was der Boden vorher braucht und wie die ersten drei Wochen laufen.

Von Nico Annegarn12. September 20263 Min. Lesezeit

Frisch verlegter Rollrasen aus der Luft, Rhein-Erft-Kreis
Kurz gesagt

Rollrasen kann fast das ganze Jahr verlegt werden, solange der Boden nicht gefroren ist. Am sichersten wächst er von Mitte März bis Mai und von September bis Oktober an – der Boden ist warm, die Verdunstung gering. Im Hochsommer geht es auch, kostet aber viel Wasser und Aufmerksamkeit. Entscheidender als der Kalender ist die Vorbereitung: gelockerter, planierter, gewalzter Boden und in den ersten zwei Wochen konsequent Wasser.

Morgens Erde, abends Rasen – das ist das Versprechen von Rollrasen, und es stimmt. Was auf dem Bild danach nicht zu sehen ist: Ob der Rasen in drei Wochen noch so aussieht, entscheidet sich vorher. Beim Zeitpunkt, beim Boden und beim Wasser. Wir verlegen im Rhein-Erft-Kreis jedes Jahr viele Rasenflächen, und die Fragen sind fast immer dieselben.

Der beste Zeitpunkt: warmer Boden, kühle Luft

Rollrasen wird auf dem Feld gestochen, aufgerollt und muss innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder liegen. In diesen Tagen hat er keine Wurzeln im Boden und lebt von dem, was in der Bahn steckt. Je schneller er anwächst, desto weniger kann schiefgehen – und anwachsen tut er am besten, wenn der Boden warm ist und die Verdunstung gering.

Daraus ergeben sich zwei ideale Fenster:

  • Mitte März bis Ende Mai: Der Boden erwärmt sich, es regnet noch regelmäßig, die Tage werden länger. Der Rasen hat den ganzen Sommer, um dicht zu werden.
  • September bis Oktober: Der Boden ist vom Sommer noch warm, die Hitze ist vorbei, Tau und Regen helfen beim Wässern. Bis zum Winter ist der Rasen fest.

Der Hochsommer ist möglich, aber anspruchsvoll: Bei 30 Grad verdunstet mehr Wasser, als die wurzellose Bahn nachziehen kann. Ohne tägliche, bei Hitze zweimalige Bewässerung trocknen die Ränder ein. Wer im Juli verlegen will, sollte eine Bewässerung haben oder in den zwei Wochen danach nicht verreisen.

Der Winter fällt aus, sobald der Boden gefroren oder dauernass ist. In milden Wintern im Rheinland kann man im November noch verlegen; anwachsen tut der Rasen dann aber erst im Frühjahr richtig.

Was der Boden vorher braucht

Der häufigste Grund für schlecht angewachsenen Rollrasen ist nicht das Datum, sondern der Untergrund. So bereiten wir vor:

  1. Alte Narbe runter. Alter Rasen, Unkraut und Wurzelfilz werden abgeschält oder gefräst. Rollrasen auf alten Rasen zu legen funktioniert nicht.
  2. Boden lockern. Verdichteter Boden lässt kein Wasser und keine Wurzeln durch. Wir fräsen 15 bis 20 cm tief und arbeiten bei schwerem Lehm Sand ein, bei magerem Boden Kompost.
  3. Planieren. Mit Rechen und Planierlatte wird die Fläche eben gezogen, mit leichtem Gefälle vom Haus weg. Jede Mulde ist später eine Pfütze, jeder Buckel eine kahle Stelle nach dem Mähen.
  4. Walzen und nachplanieren. Der Boden wird leicht angedrückt, damit er später nicht sackt, und noch einmal fein abgezogen.
  5. Starterdünger. Ein phosphorbetonter Dünger direkt vor dem Verlegen hilft der Wurzelbildung.

Erst dann kommen die Bahnen – im Verband wie Mauerwerk, ohne Lücken, mit dem Messer an Kanten und Beeten angepasst, und zum Schluss noch einmal angewalzt, damit die Wurzeln Bodenkontakt haben.

Die ersten drei Wochen

Nach dem Verlegen beginnt der Teil, den der Kunde übernimmt – und der über Erfolg oder Misserfolg entscheidet.

Wässern, wässern, wässern. Direkt nach dem Verlegen wird die Fläche durchdringend gewässert, bis der Boden unter den Bahnen feucht ist. In den ersten zehn bis vierzehn Tagen darf der Rasen nie abtrocknen: bei normalem Wetter einmal täglich, bei Hitze morgens und abends. Ein Spatenstich am Rand zeigt, ob das Wasser unten ankommt.

Nicht betreten. Zwei bis drei Wochen lang bleibt die Fläche unbelastet. Wenn sich eine Bahn an der Ecke nicht mehr anheben lässt, hat sie Wurzeln geschlagen.

Erster Schnitt. Sobald der Rasen etwa 8 cm hoch steht, wird das erste Mal gemäht – nicht tiefer als 5 cm, mit scharfem Messer. Danach kann die Schnitthöhe schrittweise auf 4 cm sinken.

Ab der vierten Woche ist der Rasen ein normaler Rasen: mähen, düngen, im Sommer wässern. Und dann liegen die Kinder drauf.

Wann wir abraten

Ehrlich gesagt gibt es Situationen, in denen wir vom Rollrasen abraten: unter dichten Bäumen mit Dauerschatten, auf Flächen, die niemand wässern kann, oder wenn der Untergrund Bauschutt ist und niemand ihn austauschen will. Dann ist eine Aussaat, eine Schattenmischung oder ein anderes Konzept die bessere Wahl. Das sagen wir beim Erstbesuch – der ist kostenlos, und es gehört dazu, dass Sie auch mal ein „Nein“ hören.

Häufige Fragen

Kann man Rollrasen im Sommer verlegen?

Ja, aber er braucht dann sehr viel Wasser – bei Hitze täglich, in den ersten Tagen auch zweimal. Wer verreisen will oder keine Bewässerung hat, wartet besser bis September.

Wie lange darf frisch verlegter Rollrasen nicht betreten werden?

Etwa zwei bis drei Wochen, bis die Bahnen angewachsen sind. Test: Wenn sich eine Ecke nicht mehr anheben lässt, sitzt der Rasen. Danach ist er voll belastbar.

Wann wird Rollrasen das erste Mal gemäht?

Sobald er angewachsen ist und etwa 8 cm hoch steht, meist nach zwei bis drei Wochen. Beim ersten Schnitt nicht tiefer als 5 cm mähen und mit scharfem Messer, damit die jungen Wurzeln nicht gezogen werden.

Muss der alte Rasen vorher komplett raus?

Ja. Rollrasen auf alten Rasen zu legen funktioniert nicht – die Wurzeln finden keinen Anschluss. Die alte Narbe wird abgeschält oder gefräst, der Boden gelockert und neu planiert.

Nico Annegarn
Nico Annegarn

Mitgründer GardenDragons · Gartenkonzept, Planung und Bauleitung. Nico Annegarn hat GardenDragons 2023 mit seinem Bruder Luca in einer Garage in Pulheim gegründet. Er macht den Erstbesuch, entwickelt das Gartenkonzept und leitet den Bau – und schreibt hier auf, was Kundinnen und Kunden im Rhein-Erft-Kreis am häufigsten fragen.

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